“Dunkeldeutschland” – Eine andere Sichtweise

Ich habe über 50 Jahre in einem Land gelebt, das einigermaßen normal war. Die Menschen gingen relativ entspannt miteinander um, sie ließen sich im Wesentlichen gegenseitig in Ruhe, man lebte friedlich miteinander (wovon eigentlich nur der “Deutsche Herbst” am Ende der 70er Jahre eine Ausnahme darstellte), ein paar Spinner gab es immer, aber die waren keine relevante Größe im gesellschaftlichen Leben. Man konnte in diesem Land “gut und gerne leben”. Es herrschte ein gewisser, unterschwellig immer vorhandener Konsens. Seine Basis waren die ersten Worte unserer Nationalhymne: “Einigkeit und Recht und Freiheit”.

Heute ist es ganz anders. Heute beherrschen mich Fluchtgedanken und das stete Bemühen, nicht wahnsinnig zu werden. Denn ich bin eine “persona non grata”. Ein “Ungeimpfter” und ein Systemkritiker. Das “Q”-Wort spare ich mir, ein “Querdenker” war ich, seit ich denken kann. Sehr zur “Freude” meiner Lehrer und anderer temporärer Wegbegleiter.

Es hat sich etwas verändert in diesem Land, und das nicht unbedingt zum Guten. Die “Toleranten”, die “Bunten” und die “Vielfältigen” haben seit einiger Zeit die Macht übernommen. Zuerst begannen sie, über die Medien die öffentliche Meinung aufzurollen, dann eroberten sie die Parlamente. Der Vorteil: In der Politik muss man nicht viel können, ein großes Mundwerk reicht für ein Gehalt, von dem Sie und ich nur träumen können.

Die Machtergreifung der “Wokeisten” hat dieses Land verändert. Ein unbeschreiblicher Tugendterror hat Einzug gehalten. Jene, die wirklich nicht zu den allerhellsten Kerzen auf der Torte gehören, haben ihren Mangel an intellektueller Kompetenz einfach mit dem unerschütterlichen Bewusstsein kompensiert, dass sie ja nun “die wirklich Guten” seien. Und daraus leiten sie u. a. das Recht ab, ganz im Stile der französischen Jakobiner (deren eifrigster Anführer der Chef-Tugendwächter namens Robespierre war), ihre einzige wahre Meinung, ihre Ideologie, ihre Rechtgläubigkeit und ihre “woke Message” als das einzig wahre Ideengebäude unter das Volk zu bringen, das eine Existenzberechtigung hat. Wer dem nicht folgen mag, geht zwar nicht zur Guillotine (genauer “noch nicht”) wie im Frankreich der Zeit des “Grande Terreur”, aber er wird mit Macht und Nachhaltigkeit aus der Gesellschaft ausgesperrt. Jene, für die “Teilhabe” ein ganz großes Ziel ist, die alle und jeden “integrieren” wollen, sind wenig zimperlich, wenn sie ihren Gegnern diese Teilhabe vorenthalten wollen. “Nur für Geimpfte und Genesene” ist, so pervers das klingen mag, heute die Eintrittskarte in das öffentliche Leben. So viel “Teilhabe” war selten.

Ach ja, ich könnte mich “impfen” lassen. Aber wozu? Gegen einen Infekt, den ich mit großer Wahrscheinlichkeit entweder gar nicht bemerke (85%) oder den ich ohne Probleme überstehen werden (>99%)? Und außerdem möchte ich für die Teilnahme an einem medizinischen Großversuch angemessen entlohnt werden. Eine Bratwurst reicht da nicht. Vor allem: Ich habe mich nie erpressen lassen. Und ich werde das auch diesmal nicht tun.

Mir geht es jetzt übrigens weniger um das öffentliche Leben bzw. die Teilnahme daran. Ich war schon seit 20 Jahren nicht mehr bei einem Konzert, das Essen schmeckt vom heimischen Herd auf sehr gut und in den Wald zum Fahrradfahren oder Joggen darf ich gnädigerweise noch “ungeimpft”. Noch.

Nein, es ist etwas anderes. Es ist diese enorme dümmliche Arroganz der Herrschenden (ich nenne sie “das Regime”), die sich erdreisten, derlei überhaupt zu denken. Davon, dass diese Entfesselten ihre Dreistigkeit auch noch in Gesetze und Verordnungen packen müssen und daraus so etwas wie “Recht” (oder besser “Gesetz”) wird, wollen wir gar nicht erst reden.

Die maßlose Irrationalität dieser politischen Kaste, die sich in ihrem irrsinnigen Handeln offenbart, ist unerträglich, sie bringt einen schier um den Verstand. Und was einen noch wahnsinniger machen kann, ist die Tatsache, dass diese Leute hier offenbar tun und lassen können, was sie wollen. Warum stoppt die keiner?

Im Moment wird die Spitze dieser Kaste übrigens vertreten u. a. durch einen Menschen, dem ein erheblicher Korruptionsverdacht anhängt, einer Lügnerin und Plagiatorin (bei der sogar der Ghostwriter abgeschrieben hat), einem Kinderbuchautor (nichts gegen Kinderbuchautoren aber als Wirtschaftsminister einer ehemals starken Industrienation sollte man jemand aus der Wirtschaft haben!), einem Umfaller, der für einen Ministerposten wohl auch die eigene Großmutter verkaufen würde (und auch die eigenen Ideale, so er die denn wirklich hat) und ein paar anderen Figuren, die ich eigentlich eher in einer Comedytruppe verorten würde, denn in einer Regierung.

Diese Leute (und einige andere ihrer Gesellen) nehmen eine jährlich wiederkehrende Virusinfektion, die überdies 99,9% der Menschen bei guter Gesundheit überstehen, als Vorwand, ihren gnadenlosen Tugendterror gegen die ganze Bevölkerung auszuüben. Denn 99,8% der Menschen in diesem Land betrifft diese Krankheit gar nicht. Sie sind schlicht und einfach gesund. Und jene, die es gerade betrifft, werden in spätestens zwei Wochen auch wieder gesund sein.

Es ist das Ende des Freiheit, der Menschenwürde, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit, der “Wokeismus” hält stattdessen Einzug. Tugendterror anstatt Pluralismus, Gängelung statt Eigenverantwortung, Fremdbestimmung anstatt Selbstbestimmtheit. Spannenderweise beteiligt sich eine Partei mit dem Beinamen “Die Liberalen” gerade nach Kräften daran. Aber ohne Freiheit, wie wir sie kannten, wird dieses Land in ein paar Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein. Es werden schreckliche Jahre werden, was danach von diesem Land übrig bleiben wird, wage ich nicht, mir auszumalen. Vielleicht so etwas wie man es in dem Film “Mad Max” sehen konnte, gespickt mit etwas “1984” und ein paar Stückchen aus “Brave New World”. Es wird finster werden. Und das nicht nur wegen der “Blackouts” die da nach Berechnungen von Fachleuten (als Physiker zähle ich mich dazu) kommen werden. Da sind ein paar Figuren am Werk, die es offenbar sehr spannend finden, ein Land mit 82 Millionen Menschen nachhaltig zu destabilisieren. Was mich wieder zur Frage “Qui bono” bringt. Aber das ist ein anderes Thema.

 

 

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Ein Kommentar

  1. Für mich bist Du eine persona grata! Ein unbestechlicher Beamter, so wie es sich gehört. Für keinen Schein und keine B-Wurst würdest Du Dich stechen lassen – vorschriftsmäßig.

    Und Q-Denker waren mal echt angesagt. Narrative ändern sich. Gerade sind N-Denker sehr beliebt, also Nicht-Denker. Oder “ich denke, also bin ich”, geht dann auch nicht mehr – Descartes ab in die Q-uarantäne! 😉

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