Glosse: Frau Köpping wünscht keinen Besuch

Für einen Politiker ist “Volksnähe” ein absolutes “must have”. Stets als Ansprechpartner erreichbar, als bekannter “Kümmerer” wohl gelitten und auch sonst in der Bevölkerung bestens verankert. Allerdings nur in Zeiten des Wahlkampfes. Manche lassen sich sogar auf Wahlplakaten inmitten von “Normalos” ablichten. Blöd nur, wenn das Wahlvolk mal während der Legislaturperiode vorbeischaut und Unmut kund tut:

(Quelle)

Jetzt möge man mir doch einfach mal erklären, was an einem abendlichen Fackelumzug “faschistoid” sein soll. Hier lief nicht der Ku-Klux-Klan in seinen Kutten und Gewändern auf, die “SA” marschierte auch nicht (im Gegensatz dazu, wie es der “Minischterbreesident” von Baden-Württemberg Kretschmann zu erkennen glaubte) und die Fackeln wurden schon gar nicht in das Haus der Dame geworfen sondern friedlich wieder mitgenommen. Inklusive ein paar Laternen, die Kinder mitführen (vermutlich zu einem verspäteten St. Martins-Umzug).

Ein auf “Telegram” veröffentlichtes und uns vorliegendes Video zeigt einen vorweihnachtlichen Abendspaziergang, der, was für einen derartigen Gruppenausflug zugegeben ungewöhnlich ist, von einigen Rufen “Frieden, Freiheit, keine Diktatur!” untermalt war. Das Ganze wirkte auf den Bildern eher wie ein normales Happening, irgendeine Form von Gewalt war nicht erkennbar, auch Beleidigungen waren nicht vernehmbar. Und da stellt man sich unwillkürlich die Frage: Was waren das denn für komische “Faschisten” die sich expressis verbis gegen eine Diktatur aussprechen? Denn, das setzen wir mal als bekannt voraus, ist doch das uneingeschränkte Führerprinzip eines der Wesensmerkmale des Faschismus und damit der Diktatur.

Nebenbei bemerkt wäre es sehr zuvorkommend, wenn die linksradikale “Antifa”, die seit Jahren offen von der SPD und den GRÜN*INNEN_Xe hofiert wird, bei ihren Aufmärschen ähnlich friedlich bliebe und auf das Anzünden von Autos, das Verschmieren von Politikerhäusern und das Zerstören von AfD-Büros ebenfalls großmütig verzichten würde. Solcherlei Gewaltakte werden bei den hier genannten Berufsempörten aus dem Mainstreamlager aber regelmäßig nicht als Einschüchterungen oder verurteilenswerte Gewalttaten angesehen sondern als legitime Handlungen im ewigen “K(r)ampf gegen räächts”.

Es ist aber verständlich, wenn sich Politiker, die sich unvermittelt einer ablehnenden Gesandtschaft aus dem gemeinen Volk gegenübersehen, nun ungehalten reagieren. Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren der selbst ernannten “Elite”, das ist eben wie im richtigen Leben. Manchmal gibt es eben Ärger vom Chef, in diesem Fall also vom Souverän (oder eben Teilen davon). Frau Köpping war jedenfalls nach Pressemitteilungen “pretty not amused” ob des abendlichen Besuches. Und auch andere pflichteten ihr bei:

“Was wir da in der Nähe von Grimma gesehen haben, ist kein legitimer Protest”, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der “Bild am Sonntag”. “Dieser Fackelumzug ist organisierte Einschüchterung einer staatlichen Repräsentantin.(ebd.)

Ja, da war es doch in der “DDR” viel angenehmer. Nach Wandlitz, wo die Nomenklatura ihre Domizile hatte kam keiner ohne Passierschein rein. Wäre das nicht ein Vorbild für unsere “Volksvertreter”?

Abschließend sei angemerkt, dass Frau Köpping hier letztlich die Konsequenzen eines autoritären Regierungsstils spürt, denn anstatt in einen konstruktiven Dialog mit den Kritikern einzutreten werden diese als “Faschisten” verunglimpft und dabei wieder einmal an den Rand der Gesellschaft gestellt.

Ein Kommentar

  1. “Was wir da in der Nähe von Grimma gesehen haben, ist kein legitimer Protest”, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der “Bild am Sonntag”. “Dieser Fackelumzug ist organisierte Einschüchterung einer staatlichen Repräsentantin.”(ebd.)

    Dieser Horst trägt seinen Namen berechtigt. Bin nahe am Weinen. Nein: Flennen: “organisierte Einschüchterung einer staatlichen Repräsentantin.” Spielen wir jetzt Blinde Kuh? Ich soll mich auch “eingeschüchtert” fühlen, wenn ich nicht tue, was Horst und der Rest der Bagage – die schon längst keine volksnahen Repräsentanten mehr sind – mir befehlen wollen. Organisierte Einschüchterung auf Level von Staatsterror ist das bekannte Panikpapier aus dem Hause besagten Horsts. Es ist bodenlos frech, unangemessen und abgehoben, legitimen Volksprotest – noch dazu unter Einschränkung des Demonstrationsrechtes – als “Einschüchterung” zu werten; zumal die Polizei nicht einschreiten musste. Der Souverän fragt sich schon lange nicht mehr, in welchen Sphären die Herren und Damen Volkszertreter schweben. Wer wie Erich Honecker und der Rest des Politbüros der SED – heute im Kanzleramt in Berlin ansässig – jedweden Kontakt mit der Realität verloren hat, muss Gorbatschow’s Worte erinnern: Wer zu spät kommt, den betraft das Leben!

    Zwang erzeugt Widerstand. Druck erzeugt Gegendruck. Zum Schluss fürchten Tyrannen das Ende. Sie wählen den Freitod oder werden gelyncht. Ob sich der Horst das so vorgestellt hat?

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