Täuschungen mit Statistikdaten aufgrund fehlender Bezugsgrößen

In einem Artikel auf web.de werden irreführende Behauptungen aufgestellt, welche die Sterbefallzahlen durch Covid-19 betreffen. Sie dienen offenkundig dazu, die Bevölkerung in staatlichem Auftrag einen falschen Eindruck zu vermitteln und sollen nachfolgend exemplarisch korrigiert werden. Weiterhin soll gezeigt werden, welche einfachen Tricks zur Anwendung kommen, um die Täuschung gelingen zu lassen.

Wir lesen in dem Artikel:

“Von März 2020 bis Mitte November 2021 sind in Deutschland mehr Menschen verstorben, als unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu erwarten gewesen wäre” (Quelle)

Diese Aussage ist unwahr. Zumindest was die wissenschaftliche Korrektheit betrifft. Wie wir in dem Artikel vom 8.1.2021 nachgewiesen haben, lag bis annähernd Jahresende 2020 (Stichtag 13.12.) die Sterblichkeit in Deutschland nur geringfügig höher als im Bezugsjahr 2018 (+0,67%). Jenes Jahr haben wir ausgewählt, weil hier eine Grippewelle erheblich zu Buche schlug, seitens der Politik aber keinerlei “Maßnahmen” ergriffen wurden. Es bestand offenkundig kein Handlungsbedarf. Die Situation war also vergleichbar mit heute, das politische Handeln war es nicht.

Diese 0,67% an vermeintlicher Übersterblichkeit sind statistisch nicht signifikant sondern liegen im Bereich der erwartbaren Verteilung des Zufalls. Entsprechende Presseberichte gab es ebenfalls.

Auch die Aussage “als unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu erwarten gewesen wären” ist unhaltbar. Wenn dem so wäre, hätte sich die Altersstruktur der Menschen in Deutschland hin zu einer Absenkung des Durchschnittsalters verschieben müssen. Denn die Sterblichkeit lag im erwarteten Bereich (allerdings etwas höher als im Bezugsjahr), sie hätte dann aber deutlich niedriger sein müssen, was aber auszuschließen ist, da jetzt die geburtenstarken Jahrgänge um 1940 mit einem erhöhten Sterberisiko in der Statistik auftauchen.

Auffällig ist übrigens, wenn man die Sterbefallentwicklung 2020 über das Jahr beobachtet, dass kein Zusammenhang zwischen gerade herrschender Inzidenz von Covid-19 und der Sterblichkeit besteht. Die Funktion entwickelt sich stetig, wellenförmige Entwicklungen (höhere Sterbezahlen im Winter und Herbst, niedrige im Frühjahr und Sommer) lassen sich nicht beobachten. Die Sterbeentwicklung ist offenbar vollständig entkoppelt von akut auftretenden “Infektionen” (i. e. positive PCR-Tests).

2020 starben fünf Prozent mehr Menschen als 2019 (ebd.)

Auch diese Aussage aus dem Artikel bei web.de soll in die Irre führen. Bildet man den Mittelwert der Sterbedaten aller Jahre von 2016 bis 2019 (n=888537) und den Wert von 2020 (n=913835) so ergibt sich nur eine Steigerung von 3,1%. Wenn man dagegen ein besonders wenig “sterbeintensives” Jahr wie 2019 zum Vergleich heranzieht, erhält man eher das gewünschte höhere Ergebnis.

Karin Böhm, Leiterin der Gruppe Gesundheit und Soziales, nannte die Zahlen: 39.758 Menschen starben im vergangenen Jahr an COVID-19 als Grundleiden – 8.102 mit COVID-19 als Begleiterkrankung (ebd.)

Diese Aussage ist ebenfalls irreführend. Denn sie bleibt, wie üblich, ohne Bezugsgröße. Die Zahl von annähernd 40.000 angeblich “an” Covid-19 verstorbenen Menschen wird (vermutlich bewusst) nicht in Relation gesetzt zur Anzahl der Erkrankten (oder genau: Zur Zahl jener Menschen mit einem positiven PCR-Test). Diese lag gegen Ende 2020 laut RKI bei ca. 1.7 Millionen (Quelle RKI-Situationsberich vom 31.12.2020). Damit ergibt sich eine Fallsterblichkeitsrate von 0,22%, welche knapp oberhalb der von J. Ionnanides von der Universität Stanford regelmäßig angegeben wird (Artikel).

Interessant ist auch die Aussage, mehr als 4 mal so viele Menschen kausal an Covid-19 als Grunderkrankung gestorben seien. Dies steht in Widerspruch zu z. B. Daten aus Italien, wo die Zahl jener mit einem kausal durch Covid-19 ausgelösten Tod bei knapp 3% der vorher errechneten Zahlen liegt (Bericht).

176.000 Menschen wurden 2020 mit oder wegen Corona im Krankenhaus behandelt.(ebd.)

Auch diese Zahl wirkt auf den ersten Blick sehr hoch. Setzt man sie aber wieder in Relation zu allen durchgeführten Krankenhausbehandlungen (n=16,4 Millionen, Quelle), erhält man den Wert von 1%. Hier wird wieder der gleiche Trick angewandt wie üblich, um die Bevölkerung zu täuschen. Zahlen werden stets ohne Bezugsgröße präsentiert, was ihre Gefährlichkeit erhöhen soll.

So gab es 2020 in Deutschland 13 Prozent weniger Krankenhausbehandlungen als im Vorjahr. (ebd.)

Aus dieser Angabe kann man ermessen, dass sich im Jahr 2020 weniger Menschen einer stationären Behandlung unterzogen haben als in den Vorjahren. So hätten also 16,4 Mio. * 1,13 = 18,5 Mio. Menschen behandelt werden müssten, wodurch der Anteil der Covid-Patienten auf 0,9% abgesunken wäre.

Ihr Durchschnittsalter lag bei 80,3 Jahren.

Hier wird auf das Durchschnittsalter der Covid-19-Verstorbenen in Krankenhäusern abgestellt. Dieses liegt sehr nahe an der medianen Lebenserwartung (ca. 82 Jahre) in Deutschland und damit innerhalb der zu erwartenden entsprechenden Normalverteilung. Die mittlere Lebenserwartung in Deutschland wird aber wieder geschickt unterschlagen. Wenn also die Menschen an Covid-19 mit fast dem gleichen Altersmittelwert sterben wie die nicht an Covid-19 erkrankte Bevölkerung spricht dies nicht unbedingt für eine “hochgefährliche Erkrankung”.

Fazit: Wir erleben seit Anfang dieser angeblichen “Pandemie” wie Menschen mit Zahlen getäuscht werden und ihnen ein schreckliches Szenario vorgespielt wird. Die Methoden, dies zu erreichen, sind vor allem geschickte Auslassungen und fehlende Bezugsgrößen. Die absolute Zahl wirkt sehr groß, was bei einer Bevölkerung von 83,5 Mio. Menschen und daraus abgeleiteten Gesamtzahlen  naturgemäß der Fall ist. Wenn man dann noch die Bezugsgröße unterschlägt, entstehen große Zahlen, die sich hervorragend für Propaganda missbrauchen lassen.

2 Kommentare

  1. Das System setzt auf vollkommene Unkenntnis und weitere Verblödung, sprich Chaos und Verwirrung. Das fällt ihm aber auf die Füße, da es sich andauernd in Widersprüche verstrickt. Die Herren und Damen Möchtegern-Pseudo-Weltenlenker glauben anscheinend noch immer, wir hätten sie nicht durchschaut. Dazu kann ich nur sagen: irre!

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